Zoutelande
Windmühlen
Allgemeines

Obwohl es in mehreren Ländern Windmühlen gibt, hat man in den Niederlanden die meisten Variationen entwickelt und die grösste Perfektion in der Konstruktion erreicht.

Bis zur Erfindung der Dampfmaschine waren Windmühlen die wichtigsten Energielieferanten. Im 19. Jahrhundert zählte man in den Niederlanden noch mindestens 10.000 Windmühlen.
Aber Blitzeinschlag gefolgt durch Brand, schwere Stürme und Kriegshandlungen haben die Zahl der Windmühlen stark reduziert und es war kaum mehr die Rede von Geld und Begeisterung für den Wiederaufbau.
Windmühlen gehören ohne weiteres zu der am meisten verletztlichen Kategorie des niederländischen Monumentenbesitzes.
Es muss also auch eine wichtige Aufgabe der Regierung und des niederländischen Volkes sein, dass die Minimalanzahl von den ca. restlichen 1000 Windmühlen eine absolute Mindestzahl bleibt. Viele haben das inzwischen verstanden und vereinigten sich zu diesem Zweck in ländlichen, provinziellen und lokalen Mühlenvereinen. Gegenwärtig stehen noch 1035 Windmühlen.

Sie, liebe Leser, werden durch diese Seiten sicherlich eine lehrreiche Bekanntschaft mit unserer „nationalen“ Handelsmarke machen und selbstverständlich hoffen wir, dass Sie hierdurch die Windmühlen in Zukunft als Monument von Vernunft und Fachmannschaft „sehen“ und bewundern.

Die Windmühle in Zoutelande

Der namenlose runde steinerne Bodensegler am Molenweg an der Nordseite des Dorfes datiert aus 1722. Diese Kornmühle mit drei Dachböden steht auf einem 0,5 m hohen Mühlenberg und wurde nie bewohnt. Oberhalb der östlichen Tür befindet sich ein grauer hartsteinerner Giebelstein in Form einer flachen rechteckigen gusseiserner Bartplatte mit halbrunder Bekrönung. Den in weiss geschriebenen Text kann man wie folgt wiedergeben: “Der Stadtrat und die Bevölkerung von Vlissingen (Herr Geleyn Hurgronie, Herr Nicolaas van Hoorn, regierende Bürgermeister, Herr Jacob Winckelman und Herr Pieter Carel van de Putte) haben diese Mühle errichten und bauen lassen im Jahr des Herrn 1722“

Das Bemühen von Vlissingen kann man durch die Tatsache erklären, dass sich das herrliche Zoutelande seit 1617 in den Händen dieser Stadt befand. Das Baujahr 1722 ist auch in einen Stein neben der Tür an der Innenseite der Mühle eingemeisselt. Vorgänger war eine 1721 umgewehte Standardmühle. Danach erteilte der Stadtrat von Vlissingen den Auftrag die heutige Mühle zu erbauen.

Bis vor kurzem und schon ab 1801 mahlten vier Generationen Joh. Adriaanse in dieser Kornmühle. J.S. Adriaanse und sein Bruder Joh. Adriaanse mahlten bis Dezember 1970 mit Windkraft. Die Mahleinrichtung umfasste ursprünglich ein Koppel 16er Kunst- und blaue Steine , das letzte Koppel wurde 1968 durch ein Koppel 17er Mühlensteine aus Westkapelle ersetzt. Im Erdgeschoss standen neben einem Beutel noch eine Mischmaschine und auch ein 30 PS starker Eletromotor für den Antrieb der Maschinen.

1896 wurde der als Stutzfang ausgeführte Blockfang erneuert und ebenfalls wurde eine neue Holzstange durch die aus 1866 stammende obere Achse gesteckt. Zwei Jahre später wurde eine neue mit Dachpappe verkleidete Kappe mit Windfahne in den Farben der niederländischen Fahne placiert.

1907 wurde eine neue Holzstange und ein Jahr später ein neues oberes Rad in Rechnung gestellt.

Während des zweiten Weltkrieges verfiel die Mühle und 1955 wurden Reparaturen durchgeführt. Der eiserne Topf, Stangen, Holzschwanz und Leisten stammen aus der mit 1802 datierten steinernen Poldermühle in Hoogvliet.

Das daneben gelegene Mahlwerk mit einer Hammermühle, mit 25 PK Elektromotor, zwei Mischmaschinen und ein Silo für12 Tonnen wurden 1965 gebaut.

Das Besondere ist, dass die Mühle sowohl ein „Kruilier“ als auch ein „Kruirad“ verwendet, um die eisernen Rollen unter der Mühlenkappe leicht über einen Metallboden in Bewegung zu setzen.

Das Alt-Holländisch renovierte Radkreuz hat eine Spannweite von 21,66 m und wird regelmässig in Betrieb genommen.

Nach der Renovierung von 1985/86 sind zwei Koppel Mühlensteine, eine Winde und ein Hilfsmotor übriggeblieben.

Seit der Neueinteilung der Gemeinden am 1. Januar 1998 ist die Mühle im Besitz der Gemeinde Veere.

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